Orientierungshilfen zur Formulierung

Liebe Softwareinteressierte,
Wer mit Computer und Textvearbeitung arbeitet weiß um den Nutzen von Textbausteinen: Man erstellt einen Textteil, speichert ihn in einem anderen Dokument ab und greift darauf bei Bedarf zurück.  Was einfach klingt, sind in der Praxis mehrere Arbeitsschritte:

Dann wird nämlich 1. dieses andere Dokument gesucht, (Mensch wie hieß denn der andere Fall:  Müller, Meier ? War das 2011 oder 2012 ?)  2. geöffnet, 3. der entsprechende Textteil gesucht, 4. manuell markiert, 5. manuell kopiert, 6. per „Paste/Einfügen“ in den gerade neu erstellten Text hinein kopiert und dort 7. final editiert. Mit etwas Glück und viel Disziplin geht das auf dem selbst verwalteten Computersystem mit der eigens angelegten Struktur von Ordnern und Unterordnern einigermaßen unfallfrei, wenn auch nicht immer so richtig schnell.  Besser ist es, wenn manche Textteile sofort bereit liegen, ohne dass ich sie in anderen Berichten suchen muss.

Vor allem aber birgt die Arbeitsweise, ganze Textpassagen zu kopieren, erhebliche Gefahren:

Wie leicht übersieht man Formulierungen aus dem Textbaustein, die im vorliegenden Fall schlicht und einfach nicht passen? Oder vergisst im Eifer des Gefechts gar dessen individuelle Anpassung gänzlich? Plötzlich taucht ein wildfremder Name auf, der mit diesem Verfahren nichts zu tun hat, weil man ihn im laufenden Text einfach überlesen hat (das kann sogar richtig Ärger geben, stellen Sie sich vor, Sie kopieren einen Textbaustein, indem irgendwo ein Nachname eines psychisch kranken Betroffenen mit Diagnose auftaucht, den sie so unbeabsichtigt bloßstellen und auf diese Weise in einem ganz anderen Verfahren und Dritten gegenüber deutlich wird, dass der mittlerweile wieder aus dem Krankenhaus entlassene Herr XY psychisch krank ist oder unter rechtlicher Betreuung steht). Und es wirkt unprofessionell, wenn der Name einer Einrichtung nicht stimmt oder ein männlicher Patient angeblich unter Gebärmutterkrebs leidet, weil sie zufällig eine Zeile zu früh mit dem Kopieren bekommen haben.  Alles schon passiert.

Wir haben im Programm WWA für diese Anforderung einen anderen Lösungsansatz.

 

Solche Formulierungshilfen sollen zwei verschiedene Aufgaben erfüllen: manchmal ganz exakte (zB. juristische) Komplettformulierungen anbieten und manchmal auch nur Anstoß geben, was hier typischerweise an dieser Stelle stehen könnte.

 

 

Es sind beispielsweise in einer Fachbibliothek nicht zwingend komplette Passagen (wie etwa „Stütz- und Bewegungsapparat männlich“) hinterlegt, sondern Phrasen, also Satzteile, die dann zu einem Rohtext zusammengefügt werden.

Damit wollen wir Ihnen Hilfestellungen geben, was an dieser Stelle im Gesamtaufbau erwartet wird, manchmal auch nur in der Form, dass wir einen Satz beginnen, damit Sie ihn vollenden. Denn wenn Sie als Nutzer in der Grobstruktur erkennen können, was hier  typischerweise stehen könnte, tun sie sich auch leichter, unter Einhaltung der Gesamtstruktur selbst zu formulieren.

 

Und wenn Sie so die Grobstruktur leicht und schnell erkennen können, dann können Sie im Rahmen der Grobstruktur in der Bearbeitungsphase zunächst sich Arbeit sparen und auch mal nur Stichworte hinterlegen, von denen sie abwarten wollen, ob Sie sie im Schlussbericht ausformulieren müssen. Vielleicht ist im Bereich der Anamnese durch die Angehörigen ein bestimmtes Detail aus den biographischen Informationen ein entscheidender Hinweis, den sie sich als Stichwort zunächst dort nur mal ablegen. Vielleicht führt es auch zu nichts, aber sie wissen, wo sie es in der Programmstruktur mit einem Mausklick wieder finden.

 

Das Programm will sie in den Arbeitsabläufen in den Wochen der Bearbeitung eines Falles nämlich auch insoweit begleiten, dass sie in der Grundstruktur auch jederzeit später zurückkehren können zu diesem Gesichtspunkt und später entscheiden können, ob sie ihn aus formulieren wollen/müssen oder ob dieser Gesichtspunkt nachträglich möglicherweise entfallen ist. Statt vieler Notizzettel eine am Arbeitsablauf orientierte Grundordnung, die das jederzeitige Wiederauffinden von Gedanken erlaubt und die Grundstruktur der abschließenden Stellungnahme vereinfacht.

 

 

Außerdem stellt das Programm eine zweistufige Navigation bereit, mit der das Auffinden des geeigneten Satzteiles erheblich vereinfacht und beschleunigt wird. Von überall erreichen Sie mit einem Button „Formulierungshilfe“ die Formulierungsvorschläge parallel zu ihrem tatsächlich gerade zu schreibenden Textteil.

Im Programm ist diese Formulierungshilfe aus jedem Textfeld heraus erreichbar: Man klickt einfach in ein Textfeld, z.B. bei der Anamnese, und dann auf den Button „Formulierungshilfe“. In einem neuen Fenster sieht man nun den Text des gerade bearbeiteten Feldes und rechts eine Spalte mit einer Auswahl Satzteilen. Beides nebeneinander. Links, was man selbst gerade schreibt, rechts das Angebot des Programms für diese Stelle. Diese Auswahl kann man noch näher eingrenzen, indem man den Textbereich darüber passend auswählt: Dann passt sich die Auswahlliste darunter entsprechend an, zeigt also nur diesem Bereich zugehörige Satzteile zur Auswahl an. Man übernimmt dann einen Satzteil in das Textfeld, indem nur darauf geklickt wird.

Dann passt man diesen Satzteil ggfs. noch individuell an und geht zum nächsten inhaltlichen Aspekt nach gleicher Manier vor oder übernimmt den Text für den weiteren Bearbeitungsablauf in der Stellungnahme.

Gedanklich orientiert an den Arbeitsschritten, die sie selbst bei der Gesamtbearbeitung des Falles durchlaufen (Anamnese, Wille des Betroffenen,  Sichtweise des Betreuers und der Pflegenden, Medikamentenerfassung ……) werden Ihnen Textteil für Texte und Arbeitsschritt für Arbeitsschritt Ideen geliefert und Angebote gemacht, und dabei hoffentlich auch motiviert, dass sie aufgrund dieser Anregungen eigene Gedanken erfassen und niederschreiben. Oder als Gedankenstütze eventuell einen Gedankengang per Mausklick übernehmen.

Diese Funktion assistiert also bei der Texterfassung, spart Zeit und hilft, sonst häufige Fehler zu vermeiden.

Der wesentliche Nutzen dieser Funktion besteht aber darüber hinaus in einer Orientierungshilfe: Was soll ich hier eigentlich genau schreiben? Was erwartet das Programm hier zur Weiterverarbeitung? Was will der Richter an dieser Stelle für Informationen? Die Antwort auf diese Frage fällt aufgrund der fachlich vorformulierten Textteile viel leichter und rascher als ohne.

Die Bibliothek der mit ausgelieferten Formulierungshilfe umfasst etwa 200 Formulierungsvorschläge, die mit pflegerischem und juristischem Fachwissen praxisnah formuliert wurden. Insbesondere die juristischen Formulierungen sind von mir, Dr. Kirsch, erarbeitet. Weil ich weiß, dass ein Problem zu kennen und lösen zu können, die eine Frage ist, es juristisch exakt zu formulieren leider Gottes eine ganz andere Frage. An der man ständig wachsen kann.

 

Diese Bibliothek wird im Rahmen der Programmpflege ständig erweitert. Hierbei geht es aber nicht um die Menge, sondern um die Qualität, denn eine zu große Auswahl wäre kontraproduktiv.

Die Antwort auf die naheliegende Frage, ob man denn als Anwender so auch eigene Textteile ins Programm übernehmen kann, ist „ja“. Aber Details dazu verraten wir in einer späteren Information zur Software.

 

 

 

WWA-Formulierungshilfe